3 Leitfragen

1. Handlungsfähigkeit
Wie bleiben Krisenstäbe, Kommunen und Landkreise handlungsfähig, wenn mehrere Systeme gleichzeitig und über Tage ausfallen?

2. Zusammenarbeit
Wie gelingt das Zusammenspiel von Behörden, Wirtschaft, Rettung, Medizin und psychosozialer Versorgung, wenn aus einer technischen Krise innerhalb weniger Stunden eine Krise für die Bevölkerung wird?

3. Widerstandskraft
Wie wird die Bevölkerung schon vor dem Ernstfall widerstandsfähiger, und was lässt sich aus echten Krisenlagen dafür lernen?

Kerninhalte der Fachtagung

Lagebild Resilienz bringt die Menschen zusammen, die kritische Infrastruktur verantworten, und fragt, wie Kommunen, Organisationen und Bevölkerung auch dann handlungsfähig bleiben, wenn bestehende Systeme ausfallen.

1. Wenn KRITIS ausfällt
Blackout, Cyberangriff, Sabotage, Extremwetter, Kriegseinwirkungen oder lang andauernde Versorgungsausfälle. Nicht theoretisch, sondern anhand realer Ereignisse: Was hat funktioniert? Wo sind Planungen an der Wirklichkeit gescheitert?

2. Handlungsfähig bleiben, wenn Strukturen wegbrechen
Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Energieversorgung, Kommunikation, Rettungsdienst, Polizei und kommunale Verwaltung müssen auch dann funktionieren, wenn gewohnte Strukturen wegbrechen. Dazu gehören insbesondere Evakuierung, Ersatzversorgung, Logistik, Kommunikation und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure.

3. Kommunen als organisatorisches Rückgrat der Krise
Wie müssen Landkreise, Städte und Gemeinden vorbereitet sein? Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie arbeiten Krisenstab, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), KRITIS-Betreiber, soziale Einrichtungen, Bundeswehr und Zivilgesellschaft zusammen? Der gemeinsame Plan muss vor der Krise stehen.

4. Der Mensch als Teil der kritischen Infrastruktur
Ein Notstromaggregat kann funktionieren, und trotzdem kann eine Organisation ausfallen, wenn Beschäftigte überfordert sind, Angehörige versorgt werden müssen oder Führungskräfte unter massivem Druck nicht mehr handlungsfähig sind. Hier liegt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Tagung: Soziale Vorsorge wird als Teil der Resilienzplanung verstanden.

5. Bevölkerung befähigen, statt nur zu versorgen
Professionelle psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) reicht bei großflächigen und länger dauernden Krisen allein nicht aus. Deshalb die Frage: Wie entstehen lokale Anlaufstellen, und wie werden Menschen befähigt, in ihrem Umfeld Orientierung und erste Unterstützung zu geben?

6. Aus Erfahrungen lernen, und zwar von Praktikern
Berlin, Ahrtal, Graz, Ukraine, Krankenhaus- und Pflegeheimevakuierungen, Erfahrungen der Blaulichteinheiten und des Militärs, des Einzelhandels und der sozialen Versorgung: Die Tagung bringt Menschen zusammen, die Krisen nicht nur aus Konzeptpapieren kennen. Was müssen wir heute anders machen? Was sollten Kommunen und KRITIS-Betreiber gemeinsam unternehmen, um die Bevölkerung widerstandsfähiger zu machen?

Zielgruppen der Fachtagung

„Lagebild Resilienz” richtet sich an Menschen, die dafür sorgen, dass Kommunen und kritische Infrastrukturen auch in schweren Krisen, bei hybriden Bedrohungen und im Bündnis- und Verteidigungsfall handlungsfähig bleiben. Willkommen sind alle, die an den Schnittstellen von Verwaltung, Wirtschaft, Bundeswehr, Einsatzorganisationen und psychosozialer Versorgung arbeiten.

1. Politik, Verwaltung und Kommunen
Landräte, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Verantwortliche aus Landratsämtern, Städten und Gemeinden, Katastrophenschutzbehörden und Krisenstäben sowie Personen, die über Vorsorgekonzepte, Ressourcen und Zusammenarbeit in Krisen entscheiden.
Was Sie mitnehmen: Orientierung, wie Vorsorge, Zuständigkeiten und Kooperation vor Ort konkret aufgestellt werden können.

2. KRITIS-Betreiber und betriebliches Krisenmanagement
Führungskräfte aus Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Energie- und Wasserversorgung, Telekommunikation, IT, Verkehr und Logistik, dazu Sicherheitsverantwortliche, Notfallmanager, BCM-Verantwortliche und Mitglieder betrieblicher Krisenstäbe.
Was Sie mitnehmen: Praxiswissen, wie sich Betriebe mit Behörden, Einsatzkräften und Bundeswehr abstimmen und den Betrieb auch unter Extrembedingungen sichern.

3. Psychosoziale Akteure, Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen
Führungskräfte und Verantwortliche aus PSNV, Krisenintervention und Notfallseelsorge, Organisationen, die im Krisenfall Versorgung, Betreuung, Unterbringung oder soziale Unterstützung übernehmen, sowie Personen, die kommunale soziale Unterstützungsstrukturen aufbauen.
Was Sie mitnehmen: Konzepte, wie psychosoziale Versorgung für Bevölkerung und Einsatzkräfte fest in Krisenstrukturen verankert wird.

4. Bundeswehr und militärische Führungskräfte
Verantwortliche der Territorialen Verteidigung und der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ), Angehörige von Verbindungskommandos sowie alle, die an der Schnittstelle zwischen Bundeswehr, Katastrophenschutz, KRITIS und kommunalen Strukturen arbeiten.
Was Sie mitnehmen: Einblick in zivile Strukturen und Ansprechpartner, mit denen die Zusammenarbeit im Ernstfall funktionieren muss.

5. BOS und Sicherheitsbehörden
Feuerwehr, Rettungsdienst, Leitstellen und Polizei.
Was Sie mitnehmen: Austausch über gemeinsame Lagebilder und Führungsabläufe über Organisationsgrenzen hinweg.

Handelnde Personen

Initiator und Veranstalter von „Lagebild Resilienz“

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Menschen in Krisen- und Ausnahmesituationen.

Seit 17 Jahren begleite ich mit „Trauma am Arbeitsplatz“ Mitarbeiter in Unternehmen nach psychisch stark belastenden Ereignissen. Dabei geht es um die Frage: Was brauchen Mitarbeiter, Führungskräfte und Teams nach einem schweren Ereignis, damit sie wieder Orientierung finden und handlungsfähig werden?

13 Jahre als ehrenamtlicher Hospizbegleiter prägen zusätzlich den Blick auf Menschen in Grenzsituationen.

Als ausgebildeter Sanitäter und in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) habe ich erlebt, was passiert, wenn Menschen innerhalb weniger Sekunden mit schweren Unfällen, Tod oder anderen existenziellen Situationen konfrontiert werden.

All die Erfahrungen fließen in „Lagebild Resilienz“ ein. Denn Krisenvorsorge darf nicht nur Technik, Infrastruktur und Notfallpläne im Blick haben.

Wer kritische Infrastrukturen schützen will, sollte auch die Resilienz der Bevölkerung stärken!